Während Skispringer Ryoyiu Kobayashi im Schanzenauslauf von Engelberg seinen Weltcup-Sieg feiert, kann Schanzenchef Albin „Bini“ Amstutz irgendwo am Berg langsam entspannen. Er bekommt keinen Pokal, aber viel Lob für die exzellente Schanzen-Präparierung. Als ich ihn auf die vielen Komplimente anspreche reagiert er bescheiden: „Nach der Absage von Titisee-Neustadt hatten die Athleten wohl nicht so hohe Ansprüche.“ Eine glatte Untertreibung.

Seit 2011 ist Bergführer Amstutz verantwortlich für den Schanzenbau. Eine ideale Aufgabe für den 48-jährigen, da jetzt für Bergsteiger Nebensaison ist. Ab November ist der Schanzenbau sein Fulltime-Job. Das Team organisieren, Schnee produzieren, Transport-Unternehmungen vorinformieren, Absprachen mit dem lokalen OK und mit Bauchef Hans Häcki treffen und dabei immer das Wetter im Auge halten - seine Aufgabe ist komplex. „Da hilft mir das Bergsteigen extrem, denn am Berg muss ich auch entscheiden, allerdings alleine“, nervös werde er eigentlich nie.

Dabei waren die letzten Wochen ziemlich turbulent. Wegen einer Einsprache durften die Veranstalter nicht im Wettkampf-Gelände Schnee produzieren, was zu einem teuren Mehraufwand führte. Früh hatte Bini Amstutz mit Andermatt Kontakt aufgenommen. Zum Glück, denn in diesem Jahr benötigte man für die Titlis-Schanze 4000 Kubik Schnee aus dem Gotthardgebiet. Kein Aufwand wird gescheut, das zeigt wie wichtig dieses Weltcup-Springen für die Klostergemeinde ist.  

„Erschöpft bin ich eigentlich nicht, ich habe noch Energie“, schmunzelt Bini Amstutz zum Schluss. Mir ist klar, dass er damit das Abschlussfest der freiwilligen Helfer meint. Es gibt verschiedene verrückte Geschichten dieser langen Nächte im Sportingpark.

Susy Schär

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