Jeden Morgen sehe ich sie im langen Hotelgang, ob ich um sechs oder acht Uhr komme, sie steht immer da. Obwohl ich die junge Fraun in Uniform freundlich mit «ni hao» grüsse, zeigt sie nicht die geringste Regung. Endlich, nach einer Woche, lächelt sie mich an. Leider ist mein Chinesisch trotz einem Jahr Unterricht zu schlecht, um ein Gespräch zu beginnen. Dennoch wächst meine Sympathie. In der zweiten Olympiawoche bricht dann das Eis, wir winken uns jeden Morgen lachend zu. Ich beschliesse kurz Ende der Spiele ihr eine Olympia-Tasche voller Erinnerungen(Trinkflasche, T-Shirt usw) zu schenken. Noch immer weiss ich nicht mal ihren Namen. Ich bitte unsere SRF-Dolmetscherin mir meine Karte auf Chinesisch zu übersetzen. Als ich der jungen Wächterin mein Geschenk übergebe, da sagt ihr Gesicht mehr als tausend Worte. Ich kann nur hoffen, dass sie alles behalten darf! Zwei Tage später winkt sie mich aufgeregt zu sich und gibt mir ein kleines Paket und einen Brief. Zurück im Zimmer beginne ich zu lesen: «Dear friend, My name is Song Xianyan, …». Sie schreibt, der handgemachte Glücksbringer solle mich beschützen.  

Noch heute, mehr als zehn Jahre später, frage ich mich macnhmal wie es Song Xianyan wohl geht.

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